Erste Hilfe

Richtig reagieren - Leben retten

Haben Sie eine verirrte, geschwächte oder verletzte Fledermaus gefunden?
Hier bekommen Sie eine Anleitung zum weiteren Vorgehen.

Fledermäuse sind nachtaktive, scheue Wildtiere, die normalerweise vor Menschen wegfliegen. Wenn die Tiere Angst haben und sich bedroht fühlen, können sie laut zetern oder auch zubeissen. Wie bei allen anderen Wildtieren auch können dabei Krankheitserreger übertragen werden.

Deshalb dürfen Fledermäuse nur mit Handschuhen oder einem gut schützenden Tuch angefasst werden.

 

Fledermaus in die Notschachtel legen

Foto: Stiftung Fledermausschutz

1. Schritt

Fledermaus in Notschachtel sicherstellen:

 

  • Kleine Schachtel bereitstellen
  • Kleine Löcher (3-4 mm) in den Deckel schneiden
  • Locker mit zerknülltem Haushaltpapier füllen
  • Fledermaus vorsichtig mit Handschuhen ergreifen
  • In Notschachtel legen und diese verschliessen
  • Alle Schachtelkanten mit Klebstreifen zukleben
Nottelefon

Foto: Stiftung Fledermausschutz

2. Schritt

Fledermausschutz-Nottelefon 079 330 60 60:

 

  • Falls Beantworter eingeschaltet: unbedingt Rückrufnummer hinterlassen. Rückruf durch ehrenamtliche Fachpersonen erfolgt möglichst bald.
  • Notschachtel zwischenzeitlich an ruhigen und kühlen Ort stellen
  • Dauert es bis zur Übergabe an Pflegestelle länger als 2 Stunden:
    Wasser in Schachtel stellen (Deckel von Petflaschen- oder Konfitürenglasdeckel)

Fledermaus im Zimmer

  • Mai bis September: Fledermaus fliegt im Zimmer herum oder hängt an einer Wand: Zimmertüre schliessen, alle Fenster während der Nacht geöffnet lassen.
  • Fledermaus liegt am Boden: Erste Hilfe


Winter:

  • Fledermaus fliegt im Zimmer herum: Zimmertüre und Fenster schliessen, Erste Hilfe, Fledermaus erst ergreifen, wenn sie sich hingehängt hat.
  • Fledermaus liegt am Boden oder hängt an einer Wand: Erste Hilfe

Im Winter müssen verirrte Fledermäuse in eine Pflegestation gebracht werden, da in dieser Zeit zu wenig Nahrung vorhanden ist, um die Energie, die sie durch das Herumfliegen verloren haben zu kompensieren.

 

Fledermaus im Freien


Fledermaus liegt am Boden:

Erste Hilfe


Fledermaus in Scheiterbeige:

  • Ein Teil der Scheiterbeige (Brennholzstapel) bleibt stehen: Handschuhe anziehen, Fledermaus vorsichtig in restliche Scheiterbeige schieben.
  • Scheiterbeige wird vollständig abgetragen: Erste Hilfe

 

Baum gefällt

Merkblatt Holzfällen Notmassnahmen (pdf) als Download

 


Katzenopfer

Erste Hilfe, egal in welchem Zustand die Fledermaus ist. Katzenopfer erleiden fast immer innere Verletzungen, welche von aussen schwer ersichtlich sind.

 

Jungtiere (April bis August)

Anleitung Kuschelturm (pdf)

Fledermäuse dürfen nur von ausgebildeten Fachpersonen gepflegt werden. Es ist immer nur eine befristete Notmassnahme, denn Fledermäuse sind Wildtiere und müssen wieder in die Natur entlassen werden. Falls Sie in unserer Fledermaus-Notpflegestation mithelfen oder eine eigene betreiben wollen, so kontaktieren Sie uns.

Fledermäuse sind Wildtiere

Werden Fledermäuse überrascht und können nicht sofort fliehen, so können sie sich mit lautem Abwehrgeschrei und Zubeissen wehren. Darum kein Risiko eingehen, nie mit blossen Händen anfassen – Handschuhe tragen!

 

Wildtiere können beim Zubeissen Krankheiten übertragen

Wie alle Wildtiere können auch Fledermäuse beim Zubeissen Infektionen übertragen.

Die einheimischen Fledermäuse können zudem Träger der so genannten Europäischen Fledermaustollwut sein. In den vergangenen 30 Jahren wurde in der Schweiz bei drei Wasserfledermäusen und einer Breitflügelfledermaus die Europäische Fledermaustollwut festgestellt. Diese Krankheit kann durch einen Biss auf den Menschen übertragen werden und ohne Impfschutz kann die gebissene Person daran sterben.

Eine Übertragung auf den Menschen ist aber grundsätzlich auch möglich, wenn beispielsweise Speichel einer infizierten Fledermaus in die Augen, die Nase, den Mund oder in eine offene Wunde gelangt.



Eine Fledermaus hat mich gebissen – Was soll ich tun?

Wenden Sie sich direkt an die Tollwutzentrale: 031 631 23 78



Fledermäuse wohnen in meinem Haus – Was soll ich tun?

Freuen Sie sich an diesen seltenen und darum bundesrechtlich geschützten „Untermieterinnen“. Auf keinen Fall besteht wegen der Anwesenheit der Fledermäuse ein direktes Gesundheitsrisiko für Sie. Hausbewohnerinnen und Hausbewohner können problemlos mit Fledermäusen unter einem Dach leben. Die Stiftung Fledermausschutz gibt Ihnen gerne Tipps, wie Sie diese kleinen Säugetiere beobachten und besser kennen lernen können.

Sollten Sie jedoch eine lebende oder tote Fledermaus finden, so gilt: Nicht mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein!
 

  • Sie haben eine hilfsbedürftige Fledermaus gefunden   → Fledermausschutz-Nottelefon, 079 330 60 60
  • Sie haben eine tote Fledermaus gefunden   → Stiftung Fledermausschutz, 044 254 26 80
  • Sie haben Fragen zum Thema Risiko für Menschen durch die Fledermaustollwut   → Tollwutzentrale, 031 631 23 78
  • Sie haben Fragen zum Fledermausschutz   → Stiftung Fledermausschutz, fledermaus [at] zoo.ch, 044 254 26 80