Mausohren, Jagdlebensräume

Bereits vor mehr als 30 Jahren begann man in der Schweiz damit, die noch verbliebenen Wochenstuben des Grossen Mausohrs besser zu schützen - mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann: ihr Bestand hat sich seither wieder mehr als verdoppelt. Wie alle einheimischen Fledermäuse ist jedoch auch das Grosse Mausohr auf ein komplexes Netzwerk von Jagd- und unterschiedlichen Quartierlebensräumen angewiesen, sowie eine ausreichende Vernetzung ebendieser.

Während im Siedlungsraum die Lichtverschmutzung Quartiere zunehmend isoliert, beobachten Fledermausschützer im Wald seit rund 10 Jahren insbesondere im Mittelland und Jura eine Tendenz hin zu dichteren Wäldern.

Das Grosse Mausohr jagt bevorzugt im Wald nach Beute und braucht dafür Wälder mit freiem Bodenzugang sowie entsprechend schütterem oder fehlendem Unterwuchs.

Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass die gegenwärtige Entwicklung im Wald ein ernstzunehmendes Problem für die Fledermausart darstellt - dies umso mehr, weil es auch im Offenland aufgrund der intensiven Landwirtschaft kaum mehr geeignete Jagdlebensräume gibt.

Um die wiedererstarkten Bestände des Grossen Mausohrs in der Schweiz längerfristig halten zu können, arbeitet die Stiftung Fledermausschutz mit verschiedenen Ämtern,  Institutionen und Personen zusammen, mit den Zielen:

- den Lebensraumverlust im Wald zu quantifizieren und seine Auswirkungen abzuschätzen

- Strategien zu entwickeln, wie gegenwärtig noch genutzte Jagdlebensräume im Wad erhalten werden können

- mögliche Massnahmen zur Neuschaffung von Jagdlebensräumen im Wald zu prüfen

In di4esem Zusammenhang hat die Stiftung Fledermausschutz unter anderem einen Infoflyer publiziert, welcher sich an Forstpersonal und Waldbesitzer/-innen richtet und aufzeigt, wie Wälder mausohrfreundlicher bewirtschaftet werden können.

Er kann als Printversion über unser Sekretariat bezogen , oder als PDF heruntergeladen werden.