Klebefallen werden zur Todesfalle für Fledermäuse

In Viehställen tummeln sich oft tausende Fliegen, welche für die untergebrachten Tiere oft eine grosse Belästigung darstellen. Deshalb werden hier oft Klebefallen - meist sind es lange Bänder oder Schnüre, die aufgespannt werden - eingesetzt, an welchen gelandete Fliegen Kleben bleiben.

Diese Massnahmen sind einfach und effektiv, jedoch stellen sie für Fledermäuse und Vögel eine ernsthafte Gefahr dar: Immer wieder bleiben die Tiere am starken Leim kleben – und dies oft mit tödlichen Folgen. Eine Studie dokumentierte mehr als 300 dokumentierte Fälle in 25 Jahren, die Dunkelziffer von nicht erfassten Fällen dürfte jedoch riesig sein. Besonders oft bleiben Fledermausarten kleben, die ihre Beute von Blättern und anderen Oberflächen ablesen. Sie versuchen nämlich, die festgeklebten Fliegen von den Klebefallen abzulesen und bleiben dabei selbst daran kleben. Dazu gehören zum Beispiel Braune Langohren, Fransen- oder Wimperfledermäuse

Stirbt ein Muttertier in der Falle, verendet meist auch das nun verwaiste Jungtier. Auch Rauchschwalben geraten in die Klebestreifen und werden leichte Beute für Katzen. Fachleute kritisieren deshalb die Fallen als nur vermeintlich „ökologisch“ und raten dringend zu Alternativen: etwa Schutzgitter, die den Zugang auf den Leim verhindern – oder noch besser, die gezielte Förderung natürlicher Fressfeinde wie Fledermäuse und Schwalben, die Unmengen an Fliegen vertilgen. 

Wer eine festgeklebte Fledermaus entdeckt, soll keinesfalls versuchen, diese von der Klebefalle zu lösen, sondern sofort das Fledermaus-Nottelefon (079 330 60 60) kontaktieren.

Den Originalartikel sowie die Studie finden Sie unter den Downloads weiter unten.

Um mehr über diese Problematik in der Schweiz zu erfahren, wird eine Online-Umfrage zu Klebefallen und Fledermäusen durchgeführt. Über diesen QR-Code können Sie teilnehmen: