Seit bald zwei Jahren steht der Fledermaus-Notpflegestation eine innovative Therapieoption zur Verfügung. Mit dem PetCellpen® - einem Gerät zur Anwendung von Kaltplasma bei Tieren – kann die Wundheilung angeregt und verbessert werden. Die aus der Dermatologie bekannte Behandlungsform hielt in den letzten Jahren in der Tiermedizin Einzug. Soweit uns bekannt ist, wandten wir 2024 diese Therapie europaweit als erste Institution bei Fledermäusen an. Ein Fallbeispiel auf Seite 62 aus unserer Fledermaus-Notpflegestation wurde vom Hersteller ActivCell Group 2025 publiziert.
Die bis dato nebenwirkungsfreie Kaltplasmatherapie kann als Zusatz zu unterschiedlichen Behandlungsmethoden eingesetzt werden. Insbesondere bei chronischen und infizierten Wunden kann eine entscheidende Verbesserung des Heilungsprozesses erzielt werden. Eine besondere Hoffnung liegt darin, dank der Kaltplasmatherapie den Einsatz von Antibiotika reduzieren zu können.
In der Fledermauspflege bewährt hat sich die Kaltplasmatherapie speziell bei Entzündungen der empfindlichen Flughaut. Solche Erkrankungen gehen mit nässenden Belägen, Elastizitätsverlust und teils schweren Gewebeschäden einher. Die klassische Therapie ist oft langwierig und nicht immer von Erfolg geprägt.
Die bisherigen Erfahrungen stimmen uns vorsichtig optimistisch: Kaltplasma kann bewährte Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll ergänzen und unterstützen. Weitere wertvolle Erfahrungen sind jedoch unablässig, um diese Therapie optimal einzusetzen. Es zeigt sich beispielsweise, dass nicht alle Tiere auf die Kaltplasmatherapie ansprechen. Zudem sind wir gespannt, ob sich parallel zur Kleintiermedizin weitere Einsatzmöglichkeiten in der Orthopädie oder Physiotherapie ergeben.