Die ersten Fledermausjungtiere sind da und das bedeutet, dass auch schon bald die ersten Flugversuche der Fledermaus-Teenager anstehen. Denn das wendige Fliegen will gelernt sein!
Zudem müssen Flugrouten in die Jagdgebiete sowie zu neuen Quartieren kennengelernt werden. In dieser aufregenden Zeit sind die Tiere besonders gefährdet von flinken Katzen erbeutet zu werden!
Wird eine Fledermaus gefunden, bei der es sich um ein wahrscheinliches Katzenopfer handelt, so muss diese in jedem Fall in eine Fledermaus-Notpflegestation. Denn oft erleiden die von Katzen erbeuteten Fledermäuse innere Verletzungen, die von aussen kaum sichtbar sind und ohne entsprechende Behandlung zu tödlichen Entzündungen führen. Befolgen Sie unsere Erste-Hilfe-Massnahmen und kontaktieren Sie in jedem Fall unser Fledermausschutz-Nottelefon 079 330 60 60.
Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, wurden 2025 93 Katzenopfer in der Fledermaus-Notpflegestation der Stiftung Fledermausschutz behandelt. Hochrechnungen gehen zudem davon aus, dass in der warmen Jahreshälfte weit über eine Million Säugetiere (inkl. Fledermäusen) pro Monat von den rund 1.85 Millionen Katzen in der Schweiz erbeutet werden!
Besonders gravierend ist es, wenn Katzen die Ausflugöffnung von Wochenstubenquartieren erreichen. In diesen Quartieren finden sich die Fledermausweibchen für Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht der Jungtiere zusammenfinden. In seltenen Fällen haben einzelne Katzen in wenigen Nächten den Grossteil einer Kolonie erbeutet (Bild aus Neuseeland hier). Da Fledermausweibchen maximal ein bis zwei Jungtiere pro Jahr haben, beeinflussen solche Ereignisse die Populationsentwicklung sehr stark.
Aus diesem Grund empfiehlt die Stiftung Fledermausschutz die Katzen in den Frühlings- und Sommermonaten während der Dämmerung möglichst im Haus zu behalten. Zudem zeigen Studien, dass man die Anzahl der Beutetiere durch eine proteinhaltige Nahrung, dem Angebot von 5-10 min Spielen pro Tag sowie dem Tragen einer Halskrause reduzieren kann (Zusammenstellung hier).
Um die Zahl der wildlebenden Hauskatzen nicht noch weiter zu erhöhen, empfiehlt es sich zudem die eigene Hauskatze kastrieren zu lassen - u. a. auch damit kein Nachwuchs mit "wilden" Hauskatzen gezeugt werden kann.