Wissenschaftler des American Museum of Natural History und von Bat Conservation International entdeckten im Nimbagebirge in Westafrika eine bisher unbekannte, dabei äusserst farbenfrohe Fledermausart.
Die Art erhielt mit ihrer gestern erschienenen Erstbeschreibung den wissenschaftlichen Namen Myotis nimbaensis, in Anlehnung an das Gebirge, das sie bewohnt.
“In einer Zeit des Artensterbens ist eine Entdeckung wie diese ein Hoffnungsschimmer“, sagt Winnifred Frick, Wissenschaftliche Leiterin von Bat Conservation International. “Es ist ein spektakuläres Tier. Es hat eine leuchtend oranges Fell, und weil es so auffällig ist, wussten wir sofort, dass es bis dahin noch nicht beschrieben wurde. “
Das Nimbagebirge in der Grenzregion zwischen Liberia, der Elfenbeinküste und Guinea ist wegen seiner besonderen Topografie äusserst artenreich. Es liegt inmitten einer riesigen Tiefebene, während seine Gipfel bis zu 1750 m in den Himmel ragen. Solche “Himmelsinseln“ beherbergen eine Vielzahl von Arten, die nirgendwo sonst vorkommen. Zu diesen Arten gehört auch Lamottes Rundblattnase, eine vom Aussterben bedrohte Fledermausart, die bisher nur von zwei Lokalitäten am Mount Nimba bekannt ist und da Höhlen und alte Bergwerksstollen als Quartiere nutzt.
2018, bei einer Kontrolle der bekannten Quartiere, stiessen die Forscher auf etwas unerwartetes: Eine Fledermaus, die keinerlei Ähnlichkeit mit Lamottes Rundblattnase hatte und auch sonst anders aussah als alle anderen bekannten Arten aus der Region.
Durch morphologische, bioakustische und genetische Daten sowie Vergleichen mit verschiedenen Museumssammlungen in den USA und England konnten die Wissenschaftler schliesslich belegen, dass es sich bei der Entdeckung um eine neue Art handelte, welche gleich bei ihrer Beschreibung als «vom Aussterben bedroht (CR)» klassiert wurde.
Die Zusammenarbeit der lokalen Minengesellschaft mit Bat Conservation International zum Schutz von Lamottes Rundblattnase dürfte jedoch auch der neu entdeckten Art zugutekommen. Hier geht's zur Publikation.
Doch nicht nur in Afrika stehen Mausohren auf der Roten Liste. In der Schweiz wird das Kleine Mausohr ebenfalls als «vom Aussterben bedroht (CR)» eingestuft, das Grosse Mausohr als «verletzlich (VU)». In allen drei Fällen, in der Schweiz wie in Afrika, ist die Gefährdungsursache dieselbe: der Verlust geeigneter Lebensräume. In der Schweiz setzt sich die Stiftung Fledermausschutz dafür ein, dass die einheimischen Mausohren längerfristig überleben können – durch die Überwachung von Wochenstubenkolonien in Dachstöcken, den Schutz nachtdunkler Flugkorridore im Siedlungsraum und ein ausreichende verfügbares Nahrungsangebot im Wald und in Landwirtschaftsgebieten.
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