Projekt UVP-Handbuch Windenergie

Eine Arbeitshilfe bei UVP-pflichtigen Windenergieprojekten

 

 

 

 

Zahlreiche neuere Studien belegen, dass Windturbinen Fledermäuse töten können. Konflikte können aber meist minimiert werden, so dass Fledermausschutz und Windenergie grundsätzlich keinen Widerspruch darstellen.

Standards als Arbeitshilfe
In der Schweiz sind 30 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen worden. Fledermäuse sind bedroht und deshalb bundesrechtlich geschützt. Aus diesem Grund muss bei der Planung von UVP-pflichtigen Windenergieprojekten (ab 5 MW) der Einfluss auf Fledermäuse abgeklärt werden und bei Bedarf Massnahmen ergriffen werden, um solche negativen Einflüsse zu minimieren.

Damit einerseits Windprojektplaner Planungssicherheit erhalten und andererseits der Einbezug des Fledermausschutzes gewährleistet ist, braucht es Standards, die definieren, welche Untersuchungen im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden sollen. Aus diesem Grund erarbeiten Bafu, die Schweizerische Koordinationsstelle für Fledermausschutz und die Vogelwarte Sempach unter Einbezug von Bfe und Suisse éole zurzeit ein Handbuch mit dem Arbeitstitel: "Berücksichtigung der Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel und Fledermäuse. Methodische UVP-Empfehlungen". Im Rahmen des UVP-Verfahrens soll das Handbuch eine Arbeitshilfe für Behörden, Windenergieplaner und Fledermausschutz werden.

Eckpunkte der Lösungsstrategie
Wie meist im Rahmen von UVP-Verfahren kann der Windenergieplaner in der Vorplanungsphase eine Vorabklärung in Auftrag geben, welche betroffene Standorte hinsichtlich potentieller Einflüsse auf Fledermäuse beurteilt. Diese Vorabklärung ist freiwillig, da sie auf bestehenden Daten beruht, sie ist günstig und wird von den Kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten durchgeführt. Die Vorabklärung wird auf der Basis eines schweizweit einheitlichen Rasters durchgeführt. Sie gibt dem Planer eine erste grobe Einschätzung, ob Konflikte zu erwarten sind und wie gross diese sein könnten.

Entscheidet der Windenergieplaner, sein Projekt fortzusetzen, startet das eigentliche UVP-Verfahren mit der Voruntersuchung, wozu meist ein spezialisiertes Ökobüro beauftragt wird, und woraus resultiert, welche Faktoren genauer untersucht werden müssen (Pflichtenheft). Die Resultate der Vorabklärung sollen dabei einfliessen bzw. bei Bedarf soll die Vorabklärung nachgeholt werden. Das Handbuch soll Empfehlungen abgeben, in welchem Falle, welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen.

Nach der eigentlichen Untersuchung wird im Umweltverträglichkeitsbericht UVB beschrieben, welche Massnahmen ergriffen werden sollen, um negative Einflüsse auf Fledermäuse zu minimieren. Die Palette der Massnahmen kann dabei aus einer Kombination von einer möglichst einflusslosen Standortwahl, von einem angepassten Betriebskonzept sowie von Ersatzmassnahmen für eine unvermeidliche Restmortalität sein. Da Untersuchungen zeitaufwendig sind, soll unter bestimmten Vorbedingungen darauf verzichtet werden können, wenn vordefinierte Abschaltzeiten bei erwarteter hoher Fledermausaktivität umgesetzt werden (Variante 2). Nach der Realisation des Windkraftprojektes sollen im Rahmen der Erfolgskontrolle das standortspezifische Betriebskonzept (Variante 1) bzw. die vordefinierten Abschaltzeiten (Variante 2) für den jeweiligen Standort optimiert werden.

Ein Poster (pdf, 0.4 MB), welches für die Tagung "Landschaft und Energie" an der WSL am 25.11.14 erstellt wurde, fasst die Lösungsstrategie zusammen.