Geocaching

Latente Bedrohung für Fledermäuse

 

 

 

 

Geocaching ist eine Outdoor-Freizeitbeschäftigung, bei der man mit Hilfe von Koordinaten und teilweise dem Lösen von Rätseln auf die Suche nach Schätzen geht, welche von anderen Geocachern versteckt wurden. In der Schweiz ist Geocaching seit etwa 15 Jahren bekannt. In unserem Land gibt es über 25‘000 Geocacher und über 31‘000 versteckte Schätze.

Geocaching ist ein Hobby, welches vor allem von Outdoor- und Naturbegeisterten betrieben wird. Damit sie noch lange Freude an ihrer Aktivität haben, legen sie grossen Wert darauf, ihren Impact auf die Natur so gering wie möglich zu halten. So gibt es beispielsweise regelmässig von Geocachern organisierte "Waldputzeten".
Allerdings ist unser Ökosystem sehr komplex und vieles darin spielt sich im Verborgenen ab. Dadurch ist man sich vieler möglichen negativen Auswirkungen auf die Natur oft gar nicht bewusst.

Fledermäuse
Fledermäuse verstecken sich tagsüber und während des Winterhalbjahrs an unterschiedlichen Orten, wobei diese Orte je nach Jahreszeit, Fledermausart sowie ihrem Geschlecht variieren. Beliebte Verstecke sind nebst Fassadenspalten und Dachstöcken auch Stammrisse, Specht- und Fäulnishöhlen in Bäumen sowie Felsspalten und unterirdische Höhlen und Stollen.

Im Winter halten Fledermäuse einen Winterschlaf an frostsicheren Orten. Um Energie zu sparen, senken sie dabei ihre Körpertemperatur auf diejenige der Umgebung ab. Dadurch werden sie kalt und klamm. Um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen, brauchen sie Zeit und v.a. sehr viel Energie. Jeder unnötige Aufwachvorgang während des Winters reduziert deshalb die Chancen, dass die im Herbst angefressenen Fettreserven bis im Frühling ausreichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grosses Mausohr (Myotis myotis) im Winterschlaf in einer Höhle.

Fledermäuse sind mit bis zu über 30 Jahren sehr langlebige Tiere mit nur geringer Fortpflanzungsrate. Bereits wenige zusätzliche „unnatürliche“ Todesfälle können deswegen einen negativen Einfluss auf ganze Populationen haben.
Viele Fledermausarten sind bedroht und es sind deshalb alle bundesrechtlich geschützt – es ist gesetzlich verboten, sie zu stören, zu fangen oder zu töten oder ihre Quartiere zu beschädigen.

Wo kommen Geocacher und Fledermäuse in Kontakt?
Am häufigsten erfolgen Aufeinandertreffen von Geocachern und Fledermäusen im Winterhalbjahr in Höhlen. In den meisten Fällen dürften diese aber nur von den Fledermäusen wahrgenommen werden.

Die Tiere hängen meist nicht offen an der Höhlendecke, sondern ziehen sich in enge Ritzen und Spalten zurück oder verkriechen sich im Geröll am Boden. Dass man keine Fledermäuse sieht, heisst also noch lange nicht, dass auch tatsächlich keine da sind.

Fledermäuse können zwar das ganze Jahr in Höhlen angetroffen werden, ihre Anzahl wie auch ihre Anfälligkeit für Störungen sind im Winter aber deutlich grösser. Weiter können Fledermäuse auch von Geocaches in Bäumen betroffen sein, insbesondere, wenn diese in grösseren, ausgefaulten Stämmen versteckt werden.

Zudem können durch Höhlenbesuche für Fledermäuse gefährliche Krankheitserreger von Höhle zu Höhle verschleppt werden. So bahnt sich zurzeit ein aus Mitteleuropa verschleppter Höhlenpilz seinen Weg von Ost nach West durch Nordamerika und hinterlässt eine Spur der Verwüstung: bereits mehrere Millionen Fledermäuse sind ihm zum Opfer gefallen und es ist davon auszugehen, dass manche Arten diese Pandemie nicht überstehen und aussterben werden.

 

 

 

 

Winterschlafend Fledermäuse sind klein und deshalb oft nur als "dunkler Fleck" in der Höhle erkennbar. Nähern Sie sich diesen Tieren nicht weiter, denn sie wachen durch die Störung aus dem Winterschlaf auf und verbrauchen dabei lebensnotwendige Energie.

Was können Geocacher zum Schutz der Fledermäuse beisteuern?
Aktive Geocacher tragen eine grosse Verantwortung gegenüber der Natur. Durch ihren häufigen Aufenthalt in naturnahen Gebieten haben sie es in der Hand, durch wohlüberlegtes Verhalten ihre Erlebnisse und Erfahrungen auch zukünftigen Generationen von Geocachern und Naturfreunden möglich zu machen.

Durch das Beachten von ein paar einfachen Verhaltensempfehlungen kann der Einfluss von Geocachern auf Fledermäuse auf ein Minimum reduziert werden:

•     Verzichten Sie auf das Verstecken von Caches in Höhlen und deren nächstem Umfeld (< 200m).
   
•     Besuchen Sie Caches in Höhlen und unterirdischen Stollen nur im Sommerhalbjahr und achten Sie darauf, in Höhlen mit losem Bodengrund möglichst keine Steine zu bewegen.
 
   
•     Vermeiden Sie in Höhlen ruckartige Bewegungen und laute Geräusche und verzichten Sie im Innern von Höhlen wie auch in ihrer unmittelbaren Umgebung auf das Abbrennen von Substanzen (Holz, Karbid usw.) und die Emission von Dämpfen aller Art.
 
   
•     Achten Sie darauf, zwischen Besuchen von verschiedenen Höhlen ihre Ausrüstung zu reinigen, komplett zu trocknen und falls möglich zu desinfizieren. Diesem Vorgehen muss auch beim Besuch von Feuchtgebieten eingehalten werden, zumal es Krankheiten mit vergleichbar gravierenden Auswirkungen auch bei Krebsen, Amphibien und Schlangen gibt.
 
 
   
•     Wenn Sie in Höhlen auf Fledermäuse stossen, versuchen Sie diese möglichst nicht zu stören, verhalten Sie sich ruhig und halten Abstand.
 







 

 

Melden Sie uns Beobachtungen von Fledermäusen in Höhlen. Sie tragen damit zur Erforschung dieser geheimnisvollen Tiergruppe bei.