Fassadenspalten

ganzjährig bewohnt

In Fassadenspalten verkrochen trifft man Fledermäuse das ganze Jahr über an. Die Tiere fühlen sich sicher, wenn sie mit Bauch und Rücken Kontakt zur Gebäudekonstruktion haben und verkriechen sich darum meist in die engsten Fassadenspalten. In Fassadenspalten verkrochene Fledermäuse sind keine Seltenheit. Meist fallen aber den Hausbewohnern nur die grösseren Kolonien auf. Mehr als die Hälfte der einheimischen Arten trifft man in solchen Verstecken an.

 

 

 

 

Typische „Fassadenspalten-Fledermausarten“ sind die landesweit verbreitete und häufig anzutreffende Zwergfledermaus, in ländlicher Umgebung die Bartfledermaus, im städtischen Siedlungsraum die Weissrandfledermaus und überdies auch die Rauhautfledermaus, der Kleine Abendsegler, der Grosse Abendsegler, die Zweifarbenfledermaus, die Nordfledermaus und die Mückenfledermaus.

Hände weg!
Bereits bewohnte Fassadenspalten sind immer auch optimale Quartiere. Hände weg von den dort lebenden Tieren, keinesfalls aus Gwunder die Abdeckung entfernen und auch am Ein- und Ausflugloch keine Änderungen vornehmen.

Hauptbedrohung Renovationen!
Steht die Renovation eines Gebäudes an, in dessen Fassadenspalten sich eine Fledermauskolonie befindet, so ist bereits in der Planungsphase der Rat der Kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten einzuholen. Man sollte die Unterschlüpfe und die Ein- und Ausflugöffnungen erhalten können und besonders darauf achten, dass der „Landeplatz“ vor dem Einschlupf genügend rauh bleibt, damit sich landende Tiere gut mit den Daumen- und Zehenkrallen festhalten können Es dürfen ausschliesslich fledermausverträgliche Holzschutzmittel (pdf) eingesetzt werden. Werden Fassadenverkleidungen, hinter denen sich Fledermäuse aufhalten, bei Umbauten hinterlüftet, so sind als Quartierersatz zugluftfreie Rückzugsverstecke zu schaffen (Räume mit dem Volumen von drei Telefonbüchern, welche mit Dachlatten auf drei Seiten verschlossen werden).

Ich möchte Fledermäuse in Fassadenspalten an meinem Haus haben!
Jeder Hohlraum hinter Wandverschalungen kommt als Fledermausquartier in Frage, wenn er zwei Bedingungen erfüllt: Er muss warm, zugluftfrei sein und einen griffigen Zugang bieten. Im Normalfall sollte der Ein- und Ausflug mehr als 4 Meter über Boden sein. Mit wenig aufwendigen handwerklichen Massnahmen kann man Spalträume hinter Wandverschalungen optimal zugänglich machen. Man schafft eine griffig aufgerauhte Landefläche beim Einschlupfspalt und achtet auf einen griffigen Untergrund.