Hilfe - Ich habe im Winter eine lebende Fledermaus gefunden!


Die Fledermaus hat sich im Winter in einen Innenraum verirrt (Wohnung, Büro, Schulzimmer usw.)

Was ist passiert?
Viele Fledermäuse verbringen den Winter in Spalten und Ritzen in Hausfassaden. Und oft verkriechen sie sich in Rolladenkästen. Sie hoffen, nahe an der Gebäudehülle möglichst wenig Fröste überdauern zu müssen. Sinkt die Aussentemperatur aber drastisch, so wachen sie auf, denn sie müssten nun ihren Stoffwechsel zu sehr erhöhen und würden viel Energie verbrauchen, und sie suchen sich darum einen neuen Unterschlupf – und verirren sich durch offene Fenster ins Innere. Das passiert auch dann, wenn es sehr sonnig ist und es für die Winterzeit eigentlich zu warm wird. Dann hätten die Fledermäuse in ihrem Versteck automatisch einen zu hohen Stoffwechsel und würden wiederum zu viel Energie verbrauchen. Auch dann wachen sie auf und suchen sich einen neuen Unterschlupf – und verirren sich durch offene Fenster ins Innere.
Und dann gibt es noch eine ganz andere Erklärung: Die Fledermaus wurde versehentlich mit Cheminéeholz in die Wohnung getragen: siehe «die Fledermaus war im Winter in einer Scheiterbeige».

Was kann ich tun?
Stellen Sie eine möglichst kleine Schachtel bereit, in deren Deckel Sie mit einer Schere drei kleine Luftlöchlein gestochen haben.
Fliegt die Fledermaus noch herum, so beobachten sie diese in Ruhe und geduldig, bis sie sich irgendwo hinsetzt. Meist landet sie an den Vorhängen oder in einer Zimmerecke, in der die Wand zum Festkrallen rau genug ist.
Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein. Sitzt das Tier still, so ergreifen Sie es mit einem Stofflappen. Hat es sich am Vorhang festgekrallt, so müssen Sie es beim Ablösen etwas anheben, damit es seine feinen Fusskrallen aus dem Stoff aushaken kann. Legen Sie die Fledermaus zusammen mit einem Stofflappen in die Schachtel. Das Tier fühlt sich wohl, wenn es sich in eine Falte des Lappen verkriechen kann.
Verschliessen Sie die Schachtel sehr gut. Und überkleben Sie den Schachteldeckelrand mit Klebstreifen, damit das Tier auf keinen Fall entweichen und sich in der Wohnung verirren kann. Stellen Sie die Schachtel an einen möglichst kühlen Ort.
Rufen Sie nun das Fledermausschutz-Nottelefon an.


Die Fledermaus war im Winter in einer Scheiterbeige

Was ist passiert?
Typischerweise überwintern Rauhautfledermäuse in Scheiterbeigen. Sie verkriechen sich in enge Zwischenräume und fühlen sich wohl, wenn sie sich richtiggehend in Spalten hineinzwängen können und mit Bauch und Rücken Kontakt zum Holz haben. Rauhautfledermäuse werden darum auch immer wieder versehentlich zusammen mit Brennholz in die Wohnung getragen.

Was kann ich tun?
Bleibt ein Teil der Scheiterbeige stehen, so ist dem Tier am besten geholfen, wenn Sie es wieder in einen Hohlraum zwischen den Holzscheitern zurücklegen. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein.
Sind Sie unsicher, ob Sie das Tier versehentlich verletzt haben, oder wird die Scheiterbeige vollständig abgetragen, so gehen Sie wie bei anderen Winterfindlingen vor und rufen Sie das Fledermausschutz-Nottelefon an. Sprechen Sie Ihren Namen, Wohnort und die Telefonnummer auf das Band. Man wird Sie umgehend zurückrufen und Ihnen weiterhelfen.


Fledermäuse kamen im Winter beim Fällen eines Baumes zum Vorschein

Was ist passiert?
Beim Fällen hohler Bäume werden Fledermäuse immer wieder unbeabsichtigt aus ihrem Winterschlaf gerissen. Das ist verständlich, denn einer Baumhöhle kann man von aussen nicht ansehen, dass Fledermäuse darin überwintern. Und die Tiere verhalten sich auch vollkommen ruhig, bis sie vom kräftigen Aufprall des fallenden Baumes erwachen. Dieser Aufprall kann die Tiere auch verletzen, oder beim nachträglichen Zersägen des Stammes können Tiere sogar zerschnitten werden. Spätestens jetzt hört man aus dem gefällten Stamm langgezogene, schrille Rufe.

Was kann ich tun?
Wird ein Winterquartier in einem Baum zerstört, so sind die Fledermäuse nach all der Aufregung möglicherweise nicht mehr in der Lage, innert nützlicher Frist einen anderen sicheren Ort zu finden und können in der Kälte umkommen. Hört man aus dem gefällten Stamm langgezogene, schrille Rufe, so muss das Baumhöhlenloch darum sofort mit Lappen verstopft werden. Wurde die Baumhöhle versehentlich bereits aufgesägt, so sind alle Öffnungen zuzustopfen. Bereits herausgefallene Fledermäuse muss man sofort in eine Schachtel oder einen Stoffsack oder ein ähnliches, gut verschliessbares Behältnis legen. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein. Benützt man zur Not einen Eimer, so ist dieser absolut dicht abzudecken. Mehr als 20 Fledermäuse sollte man nicht in denselben Behälter einsperren.
Sind die Fledermäuse sicher untergebracht, so rufen Sie das Fledermausschutz-Nottelefon an. Sprechen Sie Ihren Namen, Wohnort und die Telefonnummer auf das Band. Man wird Sie umgehend zurückrufen und Ihnen weiterhelfen. Weitere Infos mit Bildern finden Sie auf unserer speziellen Seite zum Thema oder in unserem Merkblatt.

 

Wer soll Fledermäuse notfallmässig pflegen?
Die Pflege von Fledermäusen ist eine befristete Notmassnahme, denn Fledermäuse sind keine Haustiere. Fledermäuse sind bundesrechtlich geschützt (Art. 20 Abs. 2 VV vom 16. Januar 1991 zum NHG). Für die Haltung von Fledermäusen können die zuständigen kantonalen Behörden eine Ausnahmebewilligung erteilen (Art. 22 Abs. 1 NHG vom 1. Juli 1966). Zudem ist eine Bewillgung des kantonalen Veterinäramtes notwendig (Art. 89 Tierschutzverordnung vom 23. April 2008; TSchV). Wegen der artspezifischen Bedürfnisse der einheimischen Fledermausarten darf die Pflege nur von ausgebildeten Fachpersonen durchgeführt werden.

Aber: Erste Hilfe für in Not geratene Fledermäuse wird meist von Laien geleistet.
Darum: Richtiges und schnelles Handeln ist wichtig.
Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein.
Ausgebildete Fachpersonen pflegen die Fledermäuse artgerecht. Geschwächte Tiere werden aufgefüttert und allenfalls künstlich überwintert. Verwaiste Säuglinge werden mit Spezialmilch aufgezogen. Alle Pfleglinge werden schnellstmöglich wieder in die Freiheit entlassen.
Grundsätzlich: Fledermausschutz-Nottelefon 079 330 60 60
Dieser Einsatz für unsere Fledermäuse kann dank der Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, sowie der finanziellen Unterstützung durch unsere Gönnerinnen und Gönner und durch den Zürcher Tierschutz sichergestellt werden. Auch Ihre Spende kann Leben retten.

 

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